Der Seeweg Gut Wittmoldt e.V. präsentiert:


Sommer-ausstellung 2024



Filmpremiere auf Gut Wittmoldt

 

Kant – Das Experiment der Freiheit

11. Juli 2024 um 19.30 Uhr

 

Kunst- und Kulturverein Seeweg lädt ein zur Filmpremiere

 

Immanuel Kant ist Denker und Philosoph. Seine Auffassung von Freiheit, Toleranz und Vernunft hat das westliche Denken maß-geblich geprägt. Der Kieler Regisseur und Produzent, Wilfried Hauke, präsentiert seine für ARTE/ZDF produzierte erste Filmbiographie über Kant gemeinsam mit dem Kant-Experten Dr. Tim Kunze vom Ostpreußi-schen Landesmuseum Lüneburg. Beide freuen sich auf einen an-regenden Austausch mit dem Publikum.


Eintritt 15 €, incl. Seeweg-Häppchen.

Um eine Anmeldung wird gebeten unter
kontakt@seeweg.info oder unter 0151 / 465 64 999.

 

Veranstaltungsort:

Gut Wittmoldt, Hof 1, 24306 Wittmoldt


Music on the Wall – Bach am Seeweg

 

Rückblick zur Finissage

am 03. OKtober 2023

 Am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober 2023, endete die Ausstellung des dänischen Künstlers Ken Denning ”Music on the Wall – Bach am Seeweg” im großen Saal des Herrenhauses Gut Wittmoldt.

 

Mehrere Besucherinnen und Besucher hatten sich eingefunden, um die großartige Ausstellung noch einmal anzuschauen. Besonders gespannt waren die Gäste an diesem Tag auf das Gespräch zwischen dem Maler Ken Denning und dem Dokumentarfilmregisseur und ersten Vorsitzenden des Kunst- und Kulturvereins Seeweg Gut Wittmoldt, Wilfried Hauke, moderiert von Angeline Schube-Focke, der Kuratorin der Ausstellung.

 

Maler und Filmemacher erzählten ernsthaft und humorvoll, sich widersprechend und übereinstimmend von den Gemeinsamkeiten und dem Trennenden zwischen ihren Pro-fessionen. Das Publikum staunte nicht schlecht.

 

Als Einstieg in das Gespräch der beiden Kulturschaffenden gab Ken Denning in bezauberndem Dänisch-Deutsch einen fiktiven Dialog zwischen einem Künstler und einer Ausstellungsbesucherin zum Besten. Das Publikum belohnte den Vortrag mit herzhaftem und zustimmendem Lachen und großem Applaus.

 

Hier das Gespräch zwischen Ken (Denning) und einer fiktiven Finissage-Besucherin namens Grete.

 

Gute Abend meine Damen und Herren ! Dieses Gespräch könnte wahr sein – und es könnte hier stattfinden.

Grete: Entschuldigung, ich habe ein paar Fragen. Sind Sie der Künstler?

Ken: Künstler, also – ja, ich habe die Bilder gemacht.

 

Grete: Gut, Herr Denning. Meine erste Frage: Kann man davon leben?

Ken: Ja, kann ich.

 

Grete: Von diesen Bildern?

Ken: Ja.

 

Grete: Wirklich?

Ken: Ja.

 

Grete: Donnerwetter. Hier sind aber keine oder nur nur wenige Farben zu sehen?

Ken: Ja.

 

Grete: Merkwürdig.

Ken: Ja, Sie haben Recht. Aber es ist so.

 

Grete: Hmm. Meine andere Frage.

Ken: Ja, bitte?

 

Grete: Was ist los?

Ken: Was meinen Sie?

 

Grete: Wovon handelt es? Ich verstehe es nicht. Es sieht nicht aus wie etwas.

Ken: Was für ein etwas?

 

 

Grete: Was ist es?

Ken: Etwas.

 

Grete: Bitte?

Ken: Etwas. Ein Bild mit Etwas.

 

Grete: Ein Bild, ja. Aber was soll es darstellen?

Ken: Ein Bild.

 

Grete: Ein Bild. Ist das alles?

Ken: Das ist genug.

 

Grete: Wirklich? Ich verstehe das nicht?

Ken: Es ist Garnichts.

 

Grete: Garnichts?

Ken: Meine Bilder stellen Garnichts da.

 

Grete: Alle?

Ken: Ja.

 

Grete: Sie machen das gleiche Bild mehrmals?

Ken: Man kann sagen: Ja.

 

Grete: Warum?

Ken: Ich kann nicht anders.

 

Grete: Und können immer noch davon leben?

Ken: Ja.

 

Grete: Aber können Sie etwas machen, unter dem man sich etwas vorstellen kann?

Ken: Was meinen Sie? Ich male Bilder, die etwas darstellen.

 

Grete: Ein Schwein?

Ken: Bitte?

 

Grete: Ein Schwein. Können Sie ein Schwein malen?

Ken: Ein Schwein. Das Tier?

 

Grete: Ja.

Ken: Das kann ich.

 

Grete: Warum tuen Sie es nicht?

Ken: Ich mag Schweine nicht.

 

Grete: Aber trotzdem?

Ken: Ich mag Pferde. Aber ich male sie nicht.

 

Grete: Ach so. Aber was denken Sie?

Ken: Was ich denke?

 

Grete: Woran denken Sie, wenn Sie malen?

Ken: Am besten an gar nichts.

 

Grete: Gar nichts?

Ken: Ich versuche es. Es ist schwer, an gar nichts zu denken. Sehr schwer.

 

Grete: Ich verstehe immer noch nicht.

Ken: Gut.

 

Grete: Was meinen Sie?

Ken: Dass Sie nicht verstehen, ist gut. Sehr gut.

 

Grete: Was??

Ken: Unser ganzes Leben versuchen wir, zu verstehen. Jede Stunde müssen wir etwas verstehen. Lassen Sie das sein!

 

Grete: Ich habe aber leider heute keine Zeit dafür, nichts zu verstehen.

Ken: Schade.

 

Grete: Und danke für das Gespräch.

Ken: Gerne.

 

Grete: Bitte, noch eine letzte Frage.

Ken: Ja.

 

Grete: Das ganz große schwarz-graue Bild, das gar nichts darstellt, das nur ein Bild ist.

Ken: Ja.

 

Grete: Das Bild, das nur ein Gemälde ist?

Ken: Ja.

 

Grete: Das Gemälde, das deprimierend wirkt.

Ken: Ach so.

 

Grete: Kann man das Gemälde in Gelb haben? Gelb wie die Sonne?

Ken: Danke meine Damen und Herren. Haben Sie noch irgendwelche Fragen?